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Amprion: Kartierung für Erdkabeltrasse 'A-Nord' starten

Mitteilung vom 20.03.2019 (archivierte Mitteilung)

Damit auch für alle Aktivitäten Strom im häuslichen Bereich ist, wird derzeit nach einer Trasse gesucht, um Windstrom aus dem Norden Richtung Rheinland zu transportieren. (Symbolbild von rawpixel.com)

Windstrom aus dem Nordseeraum Richtung Rheinland transportieren: Dafür braucht man eine Leitung. Von den Ortschaften Emden bis nach Meerbusch-Osterath soll die Stromleitung reichen. Wo diese Leitung – ein Erdkabel – genau im Boden liegen könnte, steht noch nicht fest, sondert wird derzeit sondiert. Zu Anfang auf Bundesebene im Rahmen einer so genannten „Bundesfachplanung“ inklusive Öffentlichkeitsbeteiligung, die grundsätzlich mögliche Korridore prüft. Danach bleibt ein Korridor mit einer Breite von 1000 Metern übrig, worin dann die tatsächliche Trasse mit einer Breite von 24 Meter zu liegen kommt. Darüber entscheidet dann eben ein so genanntes Planfeststellungsverfahren.

Zurzeit: Suche nach einem Korridor

Bei den Korridoren gibt es aktuell verschiedene Varianten. Hatte Amprion im März 2018 der Bundesnetzagentur (BNetzA) – die nachher entscheidet - verschiedene Varianten inklusive eines Vorzugskorridors vorgeschlagen, hat die Behörde später festgelegt, welche Korridore Amprion im Detail zu prüfen hat. Darin enthalten: Die Korridore, die beispielsweise im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung mit Frühjahr 2018 oder von den Kommunen zur näheren Prüfung vorgeschlagen wurden. Um auf diese neuen Varianten aufmerksam zu machen, bietet Amprion jetzt im März und April knapp 30 Bürgerinformationsveranstaltungen an. So beispielsweise am 4. April im Verwaltungsgebäude Vorst, St. Töniser Straße 8, von 17 Uhr bis 19 Uhr.

Bei diesen Veranstaltungen zeigen die Amprion-Mitarbeiter Karten, auf denen die neuen Segmente einzusehen sind. Darüber hinaus beantworten sie Fragen zum aktuellen Stand der Planung und des Genehmigungsverfahrens. Bei den Infoterminen ist ein Kommen und Gehen jederzeit möglich, es werden keine Vorträge gehalten. Name des Projektes zur Findung der richtigen Trasse für das Erdkabel? Projekt A-Nord.

Vorarbeiten für Planfeststellung auf Landesebene:

Steht am Ende der ersten Phase (Bundesfachplanung) der Korridor fest, muss noch innerhalb dieses Korridors die exakte Lage der 24 Meter breiten Trasse festgelegt werden. Dafür gibt es das so genannte Planfeststellungsverfahren, das ab 2020 laufen soll. Die endgültige Entscheidung trifft die Bundesnetzagentur. Sie ist die Genehmigungsbehörde für das Vorhaben A-Nord. Damit aber das gesamte Projekt A-Nord rechtzeitig auf den Weg gebracht werden kann, muss Amprion bereits jetzt das Planfeststellungsverfahren vorbereiten. Dafür starten jetzt in 2019 schon die Voruntersuchungen.

Was passiert bei den Voruntersuchungen in 2019?

Für das Planfeststellungsverfahren muss Amprion jetzt mit Hilfe von Kartierungen, Vermessungen und punktuellen Baugrunderkundungen die örtlichen Gegebenheiten unter die Lupe nehmen. „Unser ambitionierter Zeitplan, die Leitung 2025 in Betrieb zu nehmen, fordert von uns, Effizienzpotential frühzeitig zu erkennen und Schritte zu parallelisieren. Daher werden wir jetzt schon Untersuchungen vornehmen, die eigentlich erst viel später an der Reihe wären“, sagt Carsten Stiens, der bei Amprion die Genehmigung für das Projekt A-Nord verantwortet. „Bei den vorgezogenen Maßnahmen für das Planfeststellungsverfahren legen wir den Fokus ausschließlich auf unseren derzeitigen Vorschlagskorridor sowie einige ausgewählte Alternativen, die aus unserer Sicht das höchste Realisierungspotenzial haben. Dabei müssen wir das Risiko in Kauf nehmen, möglicherweise Bereiche untersucht zu haben, die am Ende nicht in dem genehmigten Korridor liegen“, erklärt Stiens. In diesem Fall würde die erhoffte Zeitersparnis nur gering ausfallen. Doch sollte die Bundesnetzagentur der Amprion-Planung weitestgehend zustimmen, könnte der Vorhabenträger bereits unmittelbar nach Abschluss der Bundesfachplanung den Antrag auf Planfeststellung stellen. Stiens: „Das ist unser Ziel für das Jahr 2020, daher werden wir bereits jetzt sichtbar unterwegs sein.“

Hauptsächlich sollen in diesem Jahr Kartierungen und Vermessungen laufen. Flurschäden werden mit diesen Vorarbeiten nicht verbunden sein. Punktuell kann aber auch schon der Bohrer zum Einsatz kommen, um den Baugrund zu erkunden oder Kampfmittel zu sondieren. Diese Arbeiten erfolgen natürlich in Abstimmung mit den jeweiligen Flächeneigentümern. Auch wenn die Maßnahmen aktuell noch keinen Rückschluss auf den späteren Verlauf der Erdkabeltrasse geben, kündigt Amprion sie, gemäß des Paragraphs 44 des Energiewirtschaftsgesetzes, frühzeitig an.

1200 Kilometer Korridor auf eine 300 Kilometer lange Trasse verdichten

Derzeit befindet sich das Projekt A-Nord also mitten in der Bundesfachplanung, an deren Ende die Bundesnetzagentur einen 1000 Meter breiten Korridor genehmigt. Zuvor unterbreitet Amprion der Genehmigungsbehörde einen Vorschlag - die Planung wird in Form eines umfassenden Antrags dargestellt, der bis Ende des Jahres erarbeitet und eingereicht werden soll. Die Korridorsegmente, die aktuell für die spätere Trasse als Alternative in Frage kommen, bilden eine Streckenlänge von mehr als 1200 Kilometern. Übrig bleibt schließlich ein Korridor von circa 300 Kilometern zwischen den Netzverknüpfungspunkten Emden Ost und Meerbusch-Osterath.

Spätestens im Jahr 2023 soll dann feststehen, wo genau die Gleichstromverbindung A-Nord verlaufen wird. Sie soll künftig die größtenteils auf See erzeugte Windenergie in den Westen und Süden Deutschlands transportieren. Über die Leitung können zwei Gigawatt Leistung übertragen werden – das entspricht dem doppelten Bedarf einer Großstadt wie Köln.

Weitere Informationen zum Projekt und die Karten zu den Trassenkorridoren finden Sie unter www.a-nord.net.

Info-Kasten Planfeststellungsverfahren:

Vorhaben mit einer großen räumlichen Dimension – wie Flugplätzen, Straßen, Deponien oder aber eben Straßen und Trassen – deren Realisierung die Interessen des öffentlichen wie privaten Lebens berühren, bedürfen einer besonderen Abwägung. Dafür gibt es das so genannte Planfeststellungsverfahren. Es ist also – grob formuliert - ein Genehmigungsverfahren für größere Vorhaben in der Infrastruktur. Fester Bestandteil der Abwägung ist die Öffentlichkeitsbeteiligung

Text: (Red/cp)

 

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