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Demenzcafe: Auszeit vom Alltag bieten

Mitteilung vom 12.07.2019 (archivierte Mitteilung)

Neue Leiterin der "Alten Post": Dagmar Döhmen. Foto: (cp)

Sie erinnert sich noch heute an das bestärkende Gefühl, das sie erfasste. Es ging um einen an Parkinson erkrankten Mann. Seit zwei Jahren in der Pflege, sehr depressiv, wollte er in der Wohngruppe nur noch am Tisch sitzen. “Wir haben dann bewusst eine bestimmte Musik gespielt. Und lagen offensichtlich richtig. Auf einmal veränderten sich seine Gesichtszüge, entspannten sich. Als wir dann an einem anderen Tag noch einen Besuchshund da hatten, hellte sich sein Gesicht - und vor allem das Lächeln - noch einmal richtig auf”, erzählt Dagmar Döhmen.

Seit gut einem Jahr neue Leiterin der Alten Post

Seit gut einem Jahr ist die 56-Jährige Leiterin der Vorster Seniorenbegegnungsstätte “Alte Post”. Solche Geschehnisse sind es, die sie immer wieder motivieren und antreiben. Mit 46 Jahren hat sie sich – ursprünglich Industriekauffrau - für die Ausbildung zur Pflegekraft entschieden. Nach ihrer knapp dreijährigen Ausbildung war ihr klar, dass sie in der Altenarbeit richtig aufgehoben ist. Ihr Credo: “Sie können mit einem Tropfen Menschlichkeit teils mehr erreichen, als mit einem Ozean Verstand”.

Zunächst arbeitete sie mit Demenz-Erkrankten, betreute sie, begleitete ihren Tagesablauf. “Meine Erfahrung ist, dass Menschen mit Demenz gerne weiterhin Dinge selber machen möchten. Es frustiert, wenn einem Dinge abgenommen werden, die man noch selber machen kann. Dieses Bedürfnis zu respektieren, den an Demenz erkrankten Menschen das weitesgehend zu ermöglichen, ist ein wichtiger Auftrag im Umgang mit ihnen, weshalb ich auch das Demenzcafé bei uns in der Alten Post sehr begrüße”, so die Fachfrau.

Was wird im Vorster Demenzcafé angeboten?

“Es fängt damit an, dass wir jahreszeitlich arbeiten. Wir vermitteln also ganz bewusst, was jetzt ist. Und das machen wir über das Tun. Zum Beispiel zu Nikolaus Plätzchen backen”, so die 55-Jährige. “Und wir wollen eine Auszeit vom Alltag geben, weshalb wir Ausflüge anbieten oder in den Zoo gehen”. Oder auch den Menschen einfach das Gefühl geben, wieder im Café zu sitzen – ein Gefühl von Normalität und “dazu gehören”. “Schließlich sind wir Menschen Gemeinschaftswesen”, sagt Döhmen lächelnd. Dann gebe es beispielsweise Spielenachmittage mit speziell für diese Gruppe entwickelten Spielen, Sitzgymnastik oder aber Mal-Nachmittage – schließlich fördere Malen die Körperwahrnehmung.

Wer selber beim Demenzcafe mithelfen wolle, sei herzlich eingeladen. “Man kann etwas tun, ohne dass es direkt immer viel sein muss”, sagt sie “Wer einmal unverbindlich reinschnuppern möchte, kann sich gerne an mich unter 02156/49 54 29 oder aber die Seniorenberaterin Petra Davids unter 02151/999-113 wenden”, so Dagmar Döhmen. Angeboten werde das Demenzcafe einmal in der Woche für drei Stunden.

Alte Post: Offenes Haus - auch, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen

“Es ist ein offenes Haus, um Gleichgesinnte zu treffen, gemeinsame Interessen zu teilen und vielleicht auch mal zusammen etwas auf die Beine zu stellen - wie eine Verabredung oder Unternehmung”, so Dagmar Döhmen. “Daneben gibt es bewährte Angebote, wie zum Beispiel zweimal die Woche ,Senioren Online’, gemeinsames Frühstücken einmal im Monat, ein Spielenachmittag, Waffelbacken oder Gripsgymnastik”.

Offenes Haus bedeute aber auch, neue Angebote auf Wunsch aufzunehmen und einfach Gleichgesinnte miteinander zu vernetzen. “Viele Menschen möchten sich insbesondere in ihrer nachberuflichen Zeit weiterbilden und die Aktivitäten aufnehmen, für die während des Berufslebens zu wenig oder kein Platz war. Worüber sie sich aktuell besonders freut: Die Einrichtung ist Frisch renoviert.

Seniorenbegegnungsstätte “Alte Post”, Markt 3, 02156/49 54 29 oder per Mail unter dagmar.doehmen@toenisvorst.de.

 

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