Inhalt

Verwaltung: Standortunabhängige Untersuchung der Arbeitsplätze

Mitteilung vom 03.05.2019

Was steckt hinter dem Auftrag einer Bestands- und Wirtschaftlichkeitsanalyse für eine Zentralisierung der Tönisvorster Stadtverwaltung? Das haben jüngst das Arne Sangerhausen von Büro PSPC (Teilprojektleitung Wirtschaft), Fachbereichsleiterin Dr. Ina Bartmann (Stadtplanung und Immobilienmanagement, Stadt Tönisvorst), Beigeordnete Nicole Waßen (Kämmerin der Stadt Tönisvorst) Bürgermeister Thomas Goßen, Fachbereichsleiter Lars Schaath (Personal Stadt Tönisvorst) sowie Dipl.-Ing. Architekt Frank Kaldewei (Gesamtprojektleitung) und Luisa Ciccarelli (stellvertretende Projektleitung) seitens der assmann Gruppe im Rahmen eines Pressegespräches erläutert. Foto: (cp)

Mehrere Standorte für ein einziges Anliegen ansteuern müssen? Für Tönisvorster Bürger mitunter eine zwangsläufige Erfahrung. Denn aktuell ist die Tönisvorster Stadtverwaltung auf sechs verschiedene Standorte zersplittert.

Dass man für den Bürger die Dienstleistungen an einem Ort zentralisieren sollte, ist erneut durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) thematisiert worden. Frage nur: Was braucht die Tönisvorster Stadtverwaltung tatsächlich an Funktionen, Räumen und Flächen? Im Sinne von Bürger- und Mitarbeiterorientierung? Jetzt und in Zukunft? Und wie lässt sich so etwas finanziell realisieren? Selber bauen? Oder lieber bauen lassen und anmieten?

Stadt folgt Empfehlungen der GPA

Genau diese Fragen soll jetzt ein Gutachterbüro für die Stadt untersuchen und der Politik eine Entscheidungsgrundlage liefern – ebenfalls eine Empfehlung der GPA. „Es geht im Prinzip um die beiden Fragen: Was brauche ich? Und kann ich es mir am Ende auch leisten?“, bricht Dipl.-Ing. Architekt Frank Kaldewei von der assmann Gruppe den Auftrag auf zwei einfache Fragen herunter. „Damit der Stadt eben nicht das passiert, was andernorts geschieht: Plötzlich stellt man fest, dass weitere Gebäudefunktionen gebraucht werden und die Kosten explodieren“, ergänzt Kaldewei.

Ende Februar hat die assmann Gruppe – mit acht Standorten in Deutschland sowie rund 240 Mitarbeitern und seit 60 Jahren tätig – die Ausschreibung gewonnen. Auslöser für die Ausschreibung? Im Juni 2018 hatte der Stadtrat im Rahmen eines Maßnahmenkataloges zur Haushaltskonsolidierung die Verwaltung beauftragt, ein Gutachterbüro mit einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für einen zentralen Verwaltungsstandort in Tönisvorst zu suchen. Präzisiert wurde der Auftrag später durch eine neu gebildete Baukommission: Es sollte eine – standortunabhängige - Untersuchung der Arbeitsplätze in Auftrag gegeben werden. Nicht in die Untersuchung einbezogen werden sollten: Bürgerservice Vorst, Bücherei, Ratssaal und Fraktionsräume Hochstraße sowie Bauhof.

Drei von vier Fachbereichen bereits aufgenommen

Seit 7. März ist die assmann Gruppe aktiv. Drei der vier Fachbereiche sind bereits aufgenommen, sprich: Der Bedarf seitens der Belegschaft wurde erfasst und erste Überlegungen in Richtung künftiger Organisationsform gemacht: Sollte es bei Standard-Zellenbüro bleiben oder sind offene Strukturen sinnvoller? Und welche Funktionen oder Dienstleistungen sollten sinnvollerweise zu einer Einheit zusammengefasst werden, um die kürzesten Wege für Mitarbeiter wie Bürger zu gewährleisten?

Selber bauen oder bauen lassen?

Am Ende der Bestandsanalyse steht dann – heruntergebrochen auf die konkreten Bedarfe der Tönisvorster Stadtverwaltung – ein Funktions- und Raumprogramm. In welcher Form sich das wirtschaftlich realisieren ließe: Das ist dann Aufgabe der anschließenden Wirtschaftlichkeitsanalyse. Diese wird die - ebenfalls bundesweit tätige - PSPC GmbH durchführen. 2001 durch drei Professoren der Technischen Universität Berlin und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg gegründet, hat die PSPC seit Gründung mehr als 100 öffentliche Kunden betreut und 150 Projekte umgesetzt. Mit der von der assmann Gruppe entwickelten Bedarfsanalyse wird es Aufgabe der PSPC sein, zu prüfen, welche Finanzierungsmodelle sich explizit für die Stadt Tönisvorst anbieten könnten: Selber bauen, schlüsselfertig bauen lassen und anmieten – gegebenenfalls auch mit der späteren Option, nach 20 Jahren das Gebäude zu erwerben. Mit Hilfe dieser ganzen Informationen – was sich mit welchem Geld realisieren lässt - kann dann seitens des Stadtrates eine Entscheidung getroffen werden.

Dann erst könnte es in die Objektplanung gehen. Zum Beispiel in Form eines Auftrages an einen Architekten, damit ein Gebäude entworfen und errichtet wird, welches dem tatsächlich festgestellten Bedarf entspricht und gleichzeitig zu den finanziellen Möglichkeiten der Stadt passt.

Text & Foto: (cp)

 

@@teaser