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Tönisvorst 'Hundekot-frei' - Aktionshalbjahr geplant

Mitteilung vom 15.09.2016 (archivierte Mitteilung)

Und, wo sind sie? Die größten Hundekot-„Hotspots“ in der Stadt? Genau das möchten die Initiative „ighid“ und die Stadt Tönisvorst jetzt von den Bürgern erfahren. Denn in Kürze sollen 10 Tütenstationen im Stadtgebiet aufgestellt werden – anhand der Empfehlungen der Bürger. Das ist eine Aktion von vielen im nächsten halben Jahr, um Tönisvorst „Hundekot-frei“ zu bekommen.

Hilfe zur Selbsthilfe

„Ordnungsbehörden wie Bürger werden – jeder auf seine Weise – mit dem Problem konfrontiert“, so Bürgermeister Thomas Goßen. „Um es zu lösen, haben wir einen neuen Partner gewonnen, der einen etwas anderen Ansatz verfolgt: Statt bisher im Wesentlichen auf repressive Mittel - wie Bußgelder zu setzen-, soll mit Positiv-Aktionen und konkreten Hilfestellungen Abhilfe geschaffen werden“, so Goßen. Wie das konkret aussehen kann, erläutert Burkhard Küppers, Initiator von „ighid“: „Wer keine Tüte dabei hat, könnte jemanden ansprechen oder klingeln. Ich selber habe als Hundebesitzer die Erfahrung gemacht, wie hilfsbereit die Menschen in solchen Fällen sind“, so Küppers. Um eine solche Bereitschaft zu bekunden, können Interessenten auf der ighid-Seite kostenlos kleine Plakate mit einer entsprechenden Botschaft herunterladen und sich ins Fenster hängen.

"Das habe ich nicht gewollt"

Und Küppers ist überzeugt, dass „wer erfährt, wie viel Ärger ein ,Häufchen’ zur falschen Zeit am falschen Ort verursachen kann, ihn noch umsichtiger beseitigen wird“. Darum setzt die Initiative auch auf „Motivations-Botschaften“: „Kein Hundebesitzer wird aktiv wollen, dass Rollstuhlfahrer Hundekot erst an den Rädern und dann noch an Kleidung oder Händen haften haben. Genau diese möglichen Folgen möchten wir deshalb mit gut platzierten Botschaften in den sozialen Netzwerken ins Bewusstsein rufen“, so der 50-jährige Chef einer Krefelder Werbeagentur. Damit will er diejenigen motivieren, die bisher vielleicht nicht immer gewillt waren, den Haufen ihres felligen Freundes zu beseitigen.

Für Kinder: Filmtiertrainerin Katja Elsässer kommt - und Rechtsanwältin Beaucamp

Das Bewusstsein für die Tiere soll zudem früh geweckt werden. So hat die Initiative die bekannte Filmtiertrainerin Katja Elsässer gewinnen können – unter anderem bekannt aus „Lindenstraße“, „Der Kommissar und das Meer“ oder „Das tapfere Schneiderlein“: „Sie wird Anfang Dezember für Vorschulkinder der Tagesstätten und die Klassen 5 bis 7 mit einem Filmhund ins Forum Corneliusfeld kommen. Klare wie einfache Botschaft: Ihr mögt Tiere - aber man muss sich auch darum kümmern – wozu auch das Wegmachen der Hundehaufen gehört“, so Diana Wynen von ighid, die unter anderem als Redakteurin bei Constantin Film in München tätig war.

Darüber hinaus hat die Initiative die bundesweit tätige Rechtsanwältin Susan Beaucamp für die Apfelstadt gewinnen können. Spezialisiert auf Tierrecht und Kynologie, wird sie hier anlässlich einer Veranstaltung mit besonderem Wissen weiterhelfen können.

Tütenspender: Wo sollen sie hin?

Wer sich an der ersten Aktion beteiligen möchte – nämlich der Stadt mitteilen, wo die 10 Tütenspender aufgestellt werden sollen: Die beginnt am heutigen Donnerstag, 15. September. Dazu liegen in den Foyers der Verwaltungsgebäude Karten zum Ausfüllen und direkt daneben Urnen zum Einwerfen bereit. Darüber hinaus kann man sein Votum online abgeben unter www.toenisvorst.de oder auf der städtischen facebook-Seite.  Nähere Infos unter www.ighid.de oder https://www.facebook.com/hundekot.deutschland/. Bis einschließlich Donnerstag, 29. September, kann man sich an der Befragung beteiligen. Wer lieber eine Beteiligungskarten ausfüllen und einwerfen möchte: die befinden sich in den Foyers des Verwaltungsgebäudes Bahnstraße 15, des Rathauses an der Hochstraße 20a, in Vorst im Verwaltungsgebäude St. Töniser Straße 8 sowie Markt 3. Anfang Oktober sollen dann die ersten Beutelspender aufgestellt werden.

Zahlen, Daten und Fakten zu Hunden in Tönisvorst

  • Rund 2300 Hunde sind derzeit in Tönisvorst angemeldet – so Wolfgang Schouten, Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung in der Apfelstadt.
  • Nach Kampagnen in den Jahren 2007 und 2014 hätte bereits ein erstes Umdenken stattgefunden und das städtische Gesamtbild sich gebessert – dennoch erreichten ihn regelmäßig Beschwerden.
  • Mit dem Vorurteil, dass die Hundesteuer zum Aufräumen diene, räumt der Fachmann auf: „Eine Steuer ist – anders als eine verbrauchsabhängige Gebühr - an keine Gegenleistung gebunden, siehe Mehrwert- oder Einkommenssteuer“, so Schouten. Würden Hundebesitzer das Aufnehmen des Hundekots fordern, müsste – wie bei der Abfallentsorgung - Menge und Frequenz verbrauchsgerecht abgerechnet werden – eine praktisch nicht realisierbare Aufgabe.
  • Gibt es irgendeine Stelle, wo man den Haufen liegen lassen dürfte? „Leider nein. Auch in der so genannten Hundetoilette ist der Haufen aufzunehmen – schon aus eigenem Interesse, damit der eigene Hund nicht in die Hinterlassenschaften eines Vorgängers tritt“. 
  • 30 Euro kostet eine hinterlassene „Tretmine“, wenn man erwischt wird.

Text: (cp)

 

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