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Tönisvorst: Meisten Haushalte aus Singles und Paare ohne Kinder

Mitteilung vom 14.10.2019 (archivierte Mitteilung)

Auftaktveranstaltung zum neuen Stadtentwicklungskonzept 2035 im Forum am 10. Oktober 2019. Foto: (cp)

Die Stadt Tönisvorst in Zahlen? Nahezu jeder zweite Einwohner ist über 50 Jahre. Knapp 60 Prozent des Gebäudebestandes ist älter als 40 Jahre. Es gibt überdurchschnittlich viele Einfamilienhäuser und kaum Mehrfamilienhäuser. Allerdings sind der Singlehaushalt der Haushaltstyp “Paare ohne Kinder” vorherrschend – die klassische Familie ist nur der dritt häufigste Haushaltstyp. Während die junge Generation abwandert, sind es Haushalte in der Familiengründungsphase, die nach Tönisvorst ziehen. Allerdings verliert die Stadt insgesamt an Einwohnern: 1000 seit dem Jahr 2000. Nur sieben Prozent der Bevölkerung nutzt den öffentlichen Nahverkehr. Die meisten – rund 53 Prozent - fahren mit dem Auto, 10 Prozent gehen zu Fuß, rund 21 Prozent nutzen das Fahrrad. Und so gehören 6,2 Prozent der gut 44 Quadratkilometer großen Stadt den Verkehrsflächen sowie rund 19 Prozent der Siedlungsfläche. Knapp 75 sind Freiraum – Tendenz abnehmend. Der Waldanteil gilt mit 4 Prozent gilt als sehr gering – auch gibt es eine zunehmende Inanspruchnahme von Grün- und Freiflächen für die Siedlungsentwicklung.

Bezahlbarer Wohnraum für Ältere in den Ortsmitten

All diese von dem Planungsbüro post welters + partner aufbereiteten Zahlen, Daten und Fakten konnte jeder gestern im Forum Corneliusfeld erfahren: anhand eingängig aufbereiteter Diagramme. Grund: Im Anschluss sollten die Einwohner*innen an sieben Thementischen aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen ihrer Stadt festhalten. Vor allem aber: Ihre Visionen für die Zukunft. Wie also Tönisvorst im Jahr 2035 aussehen sollte. Dabei gilt diese Auftaktveranstaltung als erstes Beteiligungsformat von vielen, die noch folgen.

Mehr als 40 Gäste waren gekommen. Ihr Resümee nach insgesamt anderthalb Stunden: Die Stärke ihrer Stadt sahen die Anwesenden unter anderem in den attraktiven Wohnvierteln, sahen zugleich Bedarf für bezahlbaren wie barrierefreien Wohnraum in den Ortsmitten für die älteren Generationen. Weiterer Wunsch war es auch, nachzuverdichten anstatt weitere Freiflächen für das Schaffen von Wohnraum zu verbrauchen. Deutlich wurde, dass die Ortsmitten in St. Tönis und Vorst für die Bürgerschaft wichtige Identifikationspunkte darstellen und Handlungsbedarfe unter anderem hinsichtlich der Aufwertung von Platzräumen und Grünflächen bestehen sowie der Nachnutzung von Leerständen im Erdgeschoss. Deutlich wurde auch die Frage, wie öffentliche Räume genutzt werden: für das Abstellen von Autos oder für Fußgänger und Radfahrer.

Keltensiedlung touristisch nutzbar machen

Als besonders positiv hervorgehoben wurde unter anderem das bürgerschaftliche Engagement – insbesondere der Sportvereine und des Stadtkulturbundes. Die Kulturangebote der Stadtbücherei oder aber der Evangelischen Kirche wurden neben dem Schwimmbad als Einrichtung als besonders positiv bewertet. Weiterer Aspekt war unter anderem der Wunsch nach Badeseen oder aber die Möglichkeit der Nutzung der hiesigen Seen.

Im Bereich Tourismus gab es viele Anregungen: So etwa die alte Keltensiedlung in Vorst per Informationen vor Ort erlebbar zu machen, die Bodendenkmäler der Stadt im Zuge des Verwaltungsneubaus als Museum zugänglich zu machen bis hin zu einer Mountainbike-Strecke in Form einer Pumptrack-Anlage.

Begrüßt wurde seitens der Bürgerschaft der beschlossene Klimanotstand. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem auf die Möglichkeit der Begrünung von Dächern oder aber der Einrichtung eines öffentlichen Umweltbüros verweisen. Oder aber “das Wasser in die Stadt” zu holen – in Form kleiner Teiche oder Seen, um hier für eine Verbesserung des Mikroklimas an heißen Tagen zu sorgen.

Mit Blick auf die Einkaufsmöglichkeiten besteht beispielsweise der Wunsch nach einem Baumarkt, einem “Unverpackt-Laden” oder aber eines Bio-Supermarktes. Diskutiert wurde außerdem, welche Chancen in einer „schrumpfenden“ Stadt liegen, beziehungsweise ob Wachstum immer grundsätzlich positiv sei. Auch die Fragestellung, ob Tönisvorst eine „Schlafstadt“ werde und wie hier gegebenenfalls gegenzusteuern sei, gilt es aus Sicht der Bürgerschaft im weiteren Prozess zu klären.

Wie geht es jetzt weiter?

Wer sich an der Entwicklung des Konzeptes weiter beteiligen möchte, kann dies ab sofort online mittels der interaktiven Website https://toenisvorst.heimatidee.de tun. So gibt es hier eine interaktive Karte, auf der man Beiträge hinterlassen kann. Dort wird es auch ab dem 14. Oktober jeweils eine Frage der Woche geben. Zudem startet in Kürze eine Fragebogen-Aktion, bei der 10 Prozent der Tönisvorster*innen angeschrieben werden. Und am Samstag, 16. November sind alle zu Stadteilspaziergängen eingeladen, um auch hier als Experten in eigener Sache ihre Sichtweisen vor Ort darzulegen und Vorschläge für die Zukunft zu machen. Treffpunkt ist jeweils um 10 Uhr an den Katholischen Kirchen St. Conelius in St. Tönis und St. Godehard in Vorst. Bevor dann im nächsten Jahr es eine zweite Bürgerbeteiligungsphase gibt –unter anderem mit einer Vertiefungswerkstatt und einem Projekttag an den Schulen.

 

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